Das Schematherapie-Curriculum an der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad in Kooperation mit dem Institut für Psychotherapie in Mainz (IPSTI MZ)

55 CME
Veranstaltungsort
Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad
Rheingauer Straße 47
65388 Schlangenbad
Datum
Fr, 19.01.2024 – Sa, 08.06.2024
Teilnahme
Nur nach vorheriger schriftlicher Anmeldung

Inhalt

Zwischen Oktober 2023 und Juni 2024 bieten wir in insgesamt 4 Workshops á zwei Tagen allen interessierten KollegInnen unser Schematherapie-Curriculum an der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad an. Gemeinsam mit dem Institut für Psychotherapie in Mainz (IPSTI MZ) haben wir ein Programm entwickelt, dass den gesamten Theorieteil für eine Zertifizierung zur Schematherapie nach den Kriterien der ISST e. V. abdeckt. Veranstaltungsort ist die Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad, Rheingauer Straße 47 in 65388 Schlangenbad.

Informationen

Ein Großteil aller PatientInnen mit psychischen Störungen profitiert von einer störungsspezifischen Psychotherapie. Insbesondere für die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) konnte dies in zahlreichen Studien und für die unterschiedlichsten Störungen gezeigt werden. PatientInnen, die häufig nicht ausreichend von der Behandlung profitieren, erfüllen gleichzeitig auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Für die Gruppe der PatientInnen, die nicht ausreichend von einer klassischen KVT profitieren, hat der amerikanischen Psychiater Jeffrey Young in den 1990er Jahren die Schematherapie entwickelt. Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives Therapiekonzept, das Elemente der Gestalttherapie, der Bindungstheorie und psychoanalytische Sichtweisen mit der kognitiven Verhaltenstherapie vereint.

Wichtige Elemente der Schematherapie sind einerseits die „Schemata“ oder „Lebensfallen“ und andererseits „aktuelle Selbstanteile“ oder „Schema-Modi“. Ein zentrales Element der Therapie ist die therapeutische Beziehung, die durch eine fürsorglich elterliche Haltung („limited reparenting“) gekennzeichnet ist. Hierdurch sollen PatientInnen Erfahrungen nachholen, die sie bei ihrem eigenen Aufwachsen entbehren mussten. Ziel der Therapie ist es der PatientIn zu helfen ihre Bedürfnisse zu erkennen und auf eine angemessene Art zu befriedigen. In unserem Curriculum wird Schematherapie in der Form vermittelt, wie sie sich in internationalen Studien empirisch als hoch wirksam in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erwiesen hat (vgl. Giesen-Bloo et al.,2006; Farrell et al., 2009; Reiss et al., 2013). Schwerpunkte liegen auf dem Einsatz des Schema-Modusmodells und emotionsfokussierten Interventionstechniken. Zugrunde gelegt wird u.a. das Manual von Farrell, Reiss & Shaw (2014), in dem Begleit- und PatientInnenmaterialien sowohl für das Einzel- als auch für das Gruppensetting vorliegen.

Alle Kurse sind stark praxisorientiert, idealerweise entfällt bis zur Hälfte der Kurszeit auf Kleingruppenarbeit. Um den TeilnehmerInnen eine möglichst große Bandbreite an therapeutischen Modellen zu ermöglichen, werden für Workshops in der Regel verschiedene DozentInnen engagiert. Alle DozentInnen des Curriculums sind von der International Society of Schema Therapy ISST e.V. anerkannte TrainerInnen und SupervisorInnen für Schematherapie im Einzelsetting. Dr. Neele Reiss und Dr. Friederike Vogel sind zudem durch die ISST e.V. anerkannte TrainerInnen und SupervisorInnen für Schematherapie in der Gruppe.

1. Einführung in die Schematherapie

Grundlage der schematherapeutischen Behandlung ist ein störungsspezifisches Modusmodell, das zentrale Schemamodi beinhaltet. In der Behandlung von PatientInnen mit Persönlichkeitsstörungen wird berichtetes Problemverhalten sowie in der Interaktion beobachtete Schwierigkeiten zu dem dabei jeweils im Vordergrund stehenden Schemamodus in Beziehung gesetzt, und in der Folge modusspezifisch interveniert. In diesem Workshop werden Kenntnisse zu den 18 maladaptiven Schemata nach J.E. Young sowie den sogenannten Schemamodi (kurz: Modi) vermittelt. Ein Fokus wird hierbei auf der Fallkonzeptualisierung nach dem Modusmodell liegen.

Termin: 13./14.10.2023 (Freitag 16-20 Uhr, Samstag 9-17 Uhr)

Unterrichtseinheiten: 14

Kosten: 350€

Dozent: Dr. Johannes Krautheim, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter Schematherapeut, schematherapeutischer Supervisor

2. Schematherapeutische Behandlungsstrategien

In diesem Workshop werden kognitive, behaviorale und erlebensbasierte Interventionsstrategien zum Umgang mit kindlichen Modi und dysfunktionalen Elternmodi vermittelt. Ein Fokus wird hierbei auf Imaginationstechniken, insbesondere dem imaginativen Überschreiben, sowie Stuhltechniken liegen. Nach kurzen theoretischen Überblicken zu den Themenbereichen, wird die Durchführung der Interventionstechnik demonstriert und anschließend von den TeilnehmerInnen in Rollenspielen geübt.

Termin: 19./20.01.2024 (Freitag 16-20 Uhr, Samstag 9-16.30 Uhr)

Unterrichtseinheiten: 13

Kosten: 325€

Dozentin: Dr. Friederike Vogel, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierte Schematherapeutin und schematherapeutische Supervisorin

3. Therapiebeziehung in der Schematherapie und empathische Konfrontation

Dieser Workshop fokussiert auf die therapeutische Beziehungsgestaltung in der Schematherapie und den Umgang mit Bewältigungsmodi. Die therapeutische Beziehung wird nach dem Modell der begrenzten elterlichen Fürsorge („limited reparenting“) gestaltet und gilt in der Schematherapie als ein Mittel der Intervention, um PatientInnen korrektive Erfahrungen zu ermöglichen. Ein weiterer Fokus dieses Workshops wird auf Interventionsstrategien zum Umgang mit unterschiedlichen maladaptiven Bewältigungsmodi liegen. Hierbei wird insbesondere auf die Technik der empathischen Konfrontation eingegangen. Nach kurzen theoretischen Überblicken zu den Themenbereichen, werden
die Umsetzung der begrenzten elterlichen Fürsorge sowie die Technik der empathischen Konfrontation bei unterschiedlichen Modi und Störungsbildern demonstriert und anschließend von den TeilnehmerInnen in Rollenspielen geübt.

Termin: 15.03.2024 (Freitag, 9-18 Uhr)

Unterrichtseinheiten: 10

Kosten: 250€

Dozentin: Dr. Friederike Vogel, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierte Schematherapeutin und schematherapeutische Supervisorin

4. Störungsspezifische Schematherapie: Cluster C und Cluster B Persönlichkeitsstörung

In diesem Workshop wird auf spezifische Problemstellungen und Techniken in der Behandlung von PatientInnen mit Cluster C Persönlichkeitsstörung (Fokus selbstunsicher und ängstlich-vermeidend) und Cluster B Persönlichkeitsstörung (Fokus narzisstisch und emotional instabil) eingegangen. Unter anderem werden Techniken im Umgang mit dem wütenden Kindmodus sowie das historische Rollenspiel demonstriert und anschließend von den TeilnehmerInnen in Rollenspielen geübt.

Termin: 07./08.06.2024 (Freitag und Samstag, jeweils 9-17 Uhr)

Unterrichtseinheiten: 18

Kosten: 450€

Dozent: Dr. Johannes Krautheim, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter Schematherapeut, schematherapeutischer Supervisor

Die Kosten für das Gesamtcurriculum belaufen sich auf 1.100 € (20% Rabatt gegenüber Einzelkursen) und insgesamt 55 Unterrichtseinheiten. Da die Kurse aufeinander aufbauen, kann der Besuch von Einzelkursen nur durch Nachweis der entsprechenden Kenntnisse und nach Rücksprache mit der Kursleitung erfolgen.  Verpflegung und Catering sind in den Teilnahmekosten inkludiert. Hier die einzelnen Module in der Übersicht:

  1. Einführung in die Schematherapie (13./14.10.2023; 14 UE: 350€)
  2. Schematherapeutische Behandlungsstrategien (19./20.01.2024; 13 UE: 325€)
  3. Therapiebeziehung in der Schematherapie und empathische Konfrontation (15.03.2024; 10 UE: 250€)
  4. Störungsspezifische Schematherapie: Cluster C und Cluster B Persönlichkeitsstörung (07./08.06.2024; 18 UE: 450€)

Anmeldungen nehmen wir per E-Mail unter Symposium.Parkklinik(at)oberbergkliniken.de oder telefonisch unter;+49 6129 181926-6 entgegen. Bitte beachten Sie, dass wir nur eine begrenzte Zahl an TeilnehmerInnen vor Ort begrüßen können. Daher bitten wir um Ihre frühzeitige und verbindliche Anmeldung.