Symposium SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth Mai 2017

Lesen Sie hier den Nachbericht vom Symposium der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth.

Das wissenschaftliche Symposium „Moderne psychotherapeutische Behandlungsverfahren bei affektiven Störungen“ in der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth beschäftigte sich am 20. Mai 2017 in Hürth mit den Fragen: Welche psychotherapeutischen Verfahren brauchen Patienten mit affektiven Erkrankungen, und welche neuen Erkenntnisse gibt es auf dem Gebiet der psychotherapeutischen Behandlung.

Prof. Dr. med. Dr. rer. Nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller, Medizinischer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Oberberggruppe, stellte in seinem Grußwort den Träger der SOMNIA Privatkliniken, die Oberberggruppe, vor. Nach seiner Einschätzung nimmt Psychotherapie immer mehr an Bedeutung zu, dabei erscheint die Etablierung von störungsspezifischen Therapiekonzepten gerade für Patienten mit affektiven Erkrankungen ein wichtiges Ziel der modernen psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung.

Dr. med. Jaroslav Malevani, Chefarzt der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth, gab einen Überblick über die aktuellen evidenzbasierten Psychotherapieverfahren in der Behandlung von bipolaren Störungen – kognitive Verhaltenstherapie (KVT), familienfokussierte Therapie (FFT) sowie interpersonelle und soziale Rhythmustherapie (IPSRT). Hervorgehoben wurde unter anderem die Bedeutung der trialogischen Zusammenarbeit, bei der nicht nur die Patienten, sondern auch ihre Familienangehörigen in den Behandlungsprozess einbezogen werden. Durch die sehr differenzierten Behandlungsmöglichkeiten der SOMNIA Privatklinik kann individuell auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten eingegangen werden.

Dipl.-Psych. Ariane Schmidt, psychologische Psychotherapeutin in der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth, stellte das Konzept der Emotionalen Aktivierungstherapie (EAT) als dynamisch-innovativen Therapieansatz in der Bewältigung von Emotionsregulationsschwierigkeiten vor, die in erfrischender Art und Weise eine Ergänzung zu klassischen Werkzeugen der kognitiven Verhaltenstherapie bieten kann. Die Arbeitsweise hilft in einem strukturierten, effizienten Prozess Emotionsregulationsprobleme aufzudecken und im positiven Sinn zu modifizieren. Dabei werden an Hand von konkreten problematischen Situationen primäre und sekundäre Emotionen körperfokussiert unterschieden und primäre Emotionen genutzt, um angestrebte Zielzustände zu erreichen. EAT ist ein Teil des umfassenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapieangebots der SOMNIA Privatklinik Hürth.

Einen Überblick über den aktuellen Wissensstand in der psychotherapeutischen Behandlung von chronisch depressiven Patienten gab Prof. Dr. Padberg, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Sektion für Psychotherapie und Psychosomatik an der Ludwig-Maximilians Universität München. Um den vielschichtigen Problemen und der besonderen Psychopathologie chronisch depressiver Patienten gerecht zu werden, wurde ein bis heute einzigartiges störungsspezifisches Psychotherapieverfahren, das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) entwickelt.  In verschiedenen Studien konnte für CBASP eine gute Wirksamkeit belegt werden.

Über den aktuellen Stand der mediengestützten Psychotherapie referierte Prof. Dr. Hautzinger, Leiter der Abteilung „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ und der „Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie“. Die Nutzung von elektronischen Medien hat inzwischen Einzug in die Patientenversorgung, u.a. bei Depressionen, gehalten. Die eingesetzten Medien reichen dabei vom Telefon, über Online Informationen, interaktive Programme ohne bzw. mit zusätzlicher Betreuung (über E-Mail oder Chats) bis hin zu Computerspielen mit psychotherapeutischen Inhalten. Inzwischen sind einige Krankenkassen bereit die Kosten für Online Programme zu übernehmen. Sein Referat illustrierte am Beispiel der Depressionsbehandlung verschiedene Formen mediengestützter Hilfen und Effekte mit besonderem Schwerpunkt auf wissenschaftliche Evidenzen sowie eigene Studienergebnisse. Mediengestützte Psychotherapie hat sicherlich noch zahlreiche Vorbehalte bei Patienten und bei Therapeuten zu überwinden, dennoch bieten die neuen Medien gute Hilfen und Ergänzungen der Depressionsbehandlung.

In der abschließenden Diskussionsrunde ging es um die Fragen, welche psychotherapeutischen Verfahren für die betroffenen Patienten und ihre Familienangehörigen relevant sind und welche weiteren Schritte auf dem Weg zur Optimierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung notwendig wären.

Referenten

„Begrüßung und Einführung“
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller
Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer
Oberberggruppe

"Psychotherapeutische Behandlung von Bipolaren Störungen"
Dr. med. Jaroslav Malevani
Chefarzt
SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth

"Welche psychotherapeutischen Behandlungsformen braucht chronische Depression?"
Prof. Dr. med. Frank Padberg
Geschäftsführender Oberarzt, Leiter der Sektion für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Ludwig-Maximilians-Universität München

"Emotionale Aktivierungstherapie als Erweiterung der CBT"
Dipl.-Psych. Ariane Schmidt
SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth

"Mediengestützte Psychotherapie in der Depressionsbehandlung"
Prof. Dr. Martin Hautzinger
Leiter der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
und der psychotherapeutischen Hochschulambulanz
Eberhard Karls Universität Tübingen