Symposium SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth Juni 2018

Lesen Sie hier den Nachbericht vom Symposium der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth.

Das wissenschaftliche Symposium „Neue Ansätze in der Depressionsbehandlung“ in der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth beschäftigte sich am 13. Juni 2018 in Hürth mit den aktuellen Fragen der Depressionsbehandlung, insbesondere in Bezug auf die Belastungs- und Risikofaktoren in der modernen Arbeitswelt, Abgrenzung des Burn-out-Phänomens von der Diagnose Depression, den Therapiebesonderheiten im höheren Lebensalter sowie dem therapeutischen Einsatz von Stimulationsverfahren wie z.B. transkranielle Magnetstimulation sowie tiefe Hirnstimulation.

Dr. med. Jaroslav Malevani, Chefarzt der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth, gab einen Überblick über die zeitgemäße, medizinische und ökonomische Bedeutung der Behandlung von Depressionen. Hervorgehoben wurde unter anderem die Aktualität und Realitätsnähe der Erkrankung. Der Verlust an gesunden Lebensjahren beziehe sich auf vielfältige Berufsgruppen. Nur durch die gegenwartsnahe Auseinandersetzung mit differenzierten Behandlungsmöglichkeiten kann, wie in der SOMNIA Privatklinik, individuell auf die neuen Entwicklungen eingegangen werden.

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller, Medizinischer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Oberberggruppe sowie CEO, stellte in seinem Grußwort Depressionen als ein Paradigma der Zeit vor. Depression als zukunftsgerichtetes Thema sei für die Oberberggruppe zielführend. Durch die Erweiterung neuer Erkenntnisse der Themen Arbeitswelt, Depressionen im hohen Lebensalter und Stimulationstherapien kann präventiv gearbeitet werden.

Der Vortrag „Depressionen in der modernen Arbeitswelt“ brachte, charmant vorgetragen durch Prof. Dr. med. Birgit Janssen, Chefärztin der Allgemeinen Psychiatrie 2 der LVR Klinik Langenfeld, Hintergrundinformationen zu der Epidemiologie psychischer Erkrankungen in der Arbeitswelt, deren Entstehung und Auswirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft, den Symposiumsteilnehmern näher. Durch erfrischende Beispiele wurde auf Risikofaktoren eingegangen und der Unterschied zwischen Burn-out und Depression beleuchtet. Gerade die Studien der innovativen Betriebsnahenversorgungsnetzwerke („integrierte Versorgung“) wären in der modernen Arbeitswelt eine große Bereicherung, da durch diese schnell und effizient ein Behandlungsangebot erzielt werden könnte. Der Wunsch nach Praxisbezug der betriebsnahen Versorgungsnetzwerke wurde mit dem Publikum diskutiert.

Prof. Dr. med. Christian Lange-Asschenfeldt, Leitender Oberarzt der Gerontopsychiatrischen Abteilung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der HHU Düsseldorf, LVR-Klinikum Düsseldorf, stellte einen Überblick über die im höheren Lebensalter unterschiedlichen Erscheinungsformen, Auslöser, Risikofaktoren und Differentialdiagnostik depressiver Syndrome dar. Das Thema „Behandlung von Depressionen im höheren Lebensalter“ bekommt durch die wachsende Anzahl an Patienten eine neue Dimension. Anschaulich wurden pathophysiologische Grundlagen vermittelt und fachwissenschaftlich die Arzneimittelsicherheit bei älteren Patienten nähergebracht. Treffende Beispiele der Interaktion von Antidepressiva, aber auch die Wirksamkeit nichtmedikamentöser psychotherapeutischer Verfahren in der Praxis gaben einen gelungenen Abschluss des immer bedeutsamer werdenden Themas.

Über den aktuellen Stand der modernen psychiatrischen Stimulationsverfahren referierte Priv.-Doz. Dr. med. Joachim Cordes, Chefarzt des Florence-Nightingale-Krankenhauses der Kaiserwerther Diakonie Düsseldorf, Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Didaktisch aufschlussreich und anschaulich stellte er die in der Psychiatrie klinisch und wissenschaftlich eingesetzten Hirnstimulationsverfahren vor: Elektronkonvulsionstherapie (EKT), repetitive transkranielle Magnetstimualtion (rTMS), Gleichstromstimulation (GS), Vagusnervstimulation (VNS) und tiefe Hirnstimulation. Vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Studien wurden die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Verfahren insbesondere in der Anwendung affektiver Erkrankungen betrachtet. So konnten zusammenfassend die ethischen Aspekte diskutiert und Nebenwirkungen differenziert betrachtet werden. Gerade die Elektronkonvulsionstherapie sollte bei chronischen Erkrankungen als Behandlungsoption mit den Patienten diskutiert werden, da die hohe Wirksamkeit des Therapieverfahrens durch wissenschaftliche Evidenzen nachgewiesen ist. Mit einer guten Beratung über Rückfallrisiko und Nebenwirkungen der Elektronkonvulsionstherapie, als auch der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation, sind diese psychiatrischen Stimulationsverfahren eine wichtige Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten von affektiven Erkrankungen.

In der abschließenden Diskussionsrunde ging es um die Fragen, welche Verfahren für die betroffenen Patienten und Umsetzung in den niedergelassenen Praxen oder Kliniken möglich sind und welche weiteren Schritte auf dem Weg zur Optimierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung notwendig wären.

Referenten

Begrüßung und Einführung
Dr. med. Jaroslav Malevani
Chefarzt
SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller
Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer, CEO
Oberberggruppe

Depression in der modernen Arbeitswelt
Prof. Dr. med. Birgit Janssen
Chefärztin
Allgemeine Psychiatrie 2, LVR-Klinik Langenfeld

Behandlung der Depression im höheren Lebensalter
Prof. Dr. med. Christian Lange-Asschenfeldt
Leitender Oberarzt
Gerontopsychiatrie, LVR-Klinikum Düsseldorf

Moderne psychiatrische Stimulationsverfahren
Priv.-Doz. Dr. med. Joachim Cordes
Chefarzt
Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie, Düsseldorf