Kolloquium SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth November 2018

Lesen Sie hier den Nachbericht vom Kolloquium der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth.

Das Kolloquium „Internet-gestützte Psychotherapie als Ergänzung der therapeutischen Palette“ in der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth beschäftigte sich am 14. November 2018 in Hürth mit dem innovativen Thema der Internet-gestützten Psychotherapie, insbesondere in Bezug auf den geschichtlichen Hintergrund im In- und Ausland, Wirksamkeit, sowie Qualitätskriterien. Ebenso wurde eine Übersicht über gegenwertig verfügbare Programme, als auch über den praxisnahen Einsatz von eigenen Untersuchungsergebnissen von Herrn Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrich Sprick gegeben.

Dr. med. Jaroslav Malevani, Chefarzt der SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth, eröffnete das neue Format des Kolloquiums durch anschauliche Praxisbeispiele aus dem therapeutischen Alltag. Online Therapie sei in der heutigen Zeit von großer Relevanz, auch juristisch werden die Umsetzungsmöglichkeiten im therapeutischen Setting geprüft. Hervorgehoben wurde die große Nachfrage nach flexiblen therapeutischen Angeboten auf der ganzen Welt, als auch anschaulich über Opportunitäten in der Zukunft berichtet. Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrich Sprick beschäftige sich in diesem Zusammenhang seit Jahren praktisch und wissenschaftlich fundiert mit dem Thema der Internet-gestützten Psychotherapie, weshalb die SOMNIA Privatklinik sehr erfreut war, dieses Kolloquium anzubieten und auf die neuen Entwicklungen eingehen zu können.

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrich Sprick, Chefarzt des Ambulanten Zentrums am St. Alexius/St. Josef-Krankenhaus Neuss, stellte mitreißend vorgetragen, einen Überblick über den geschichtlichen Hintergrund der Internet-gestützten Therapie, bestehend aus Beratung weiterführend zu aktuellen therapeutischen Angeboten, vor. Auch verschiedene technische Möglichkeiten von Skype bis zur schriftlichen Übermittlung wurden anschaulich präsentiert. Hohe Effektivität zeigen multimediale Programme, durch welche die Internet-gestützte Therapie als Ergänzung zur Face-to-Face Psychotherapie fungiert. Gerade bei einer PTSD konnten ergänzende Online-Therapieangebote überzeugen. Flexibilität, hohe Offenheit und geringe Therapiekosten sind von Vorteil. Metaphorisch „Wo Licht ist, ist auch Schatten“ wurden auch kritische Aspekte der Onlinetherapie, wie hoher Aufwand durch Sicherstellung von Datensicherheit oder reduziertes (non)verbales Ausdrucksvermögen, berücksichtigt. Mit Fokus auf die Kontraindikationen wurde hervorgehoben, dass die Internet-gestützte Psychotherapie kein Ersatz für die konventionellen Psychotherapieverfahren sei, sondern eine Ergänzung eröffnen soll. Überraschend wurde vermittelt, dass Metaanalysen festgestellt haben, dass die therapeutische Beziehung bei der Online Therapie keinen signifikanten Unterschied zur Face-to-Face Therapie zeigt. Die multimediale Ergänzung durch Internet-gestützte Psychotherapie wird in aktuellen Studien weiter untersucht. Praxisnah wurde ein neues kombiniertes Therapieverfahren von Onlinetherapie mit Face-to-Face Therapie „go-stress“ (Blended-Ansatz) vorgestellt. Dieses wird bereits von einzelnen Krankenkassen übernommen. Durch die Erweiterung neuer Erkenntnisse der Themen Internet-gestützter Therapie kann so präventiv gearbeitet werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde ging es um die Fragen, wie ambulante Praxen sich an der Entwicklung der Internet-gestützten Therapie beteiligen können, welche juristischen Komplikationen in der Praxis auftreten könnten und welche weiteren Schritte auf dem Weg zur Optimierung der Internet-gestützten Behandlung notwendig sind. Auch die Wichtigkeit der therapeutischen Beziehung wurde intensiv betrachtet und abschließend festgehalten, dass Internet-gestützte Therapie eine multimediale Ergänzung darstellt, somit keinesfalls die Face-to-Face Psychotherapie ersetzt.

Referenten

Begrüßung und Einführung
Dr. med. Jaroslav Malevani
Chefarzt
SOMNIA Privatklinik Köln/Hürth

Internet-gestützte Psychotherapie als Ergänzung der therapeutischen Palette
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrich Sprick
Chefarzt
Ambulantes Zentrum St. Alexius/St. Josef-Krankenhauses Neuss
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