Zwangsstörungen - Kinder & Jugendliche

Jeder kennt die Sorge, etwas vergessen zu haben, zum Beispiel den Herd auszuschalten oder die Tür abzuschließen. Ab und an kann es auch sinnvoll sein, etwas zweimal zu überprüfen, weil man sich nicht ganz sicher ist.

Es gibt aber auch Menschen, die so ängstlich sind, etwas vergessen zu haben, dass sie einen Zwang zu wiederholten Kontrollen entwickeln, der mit der Zeit ihr ganzes Leben beherrscht. Bei anderen Formen der Zwangsstörung waschen sich Menschen aus Angst vor Keimen dauernd die Hände. Wieder andere Menschen können nicht aufhören, ständig Dinge zu zählen. Was auch immer für ein Ritual entwickelt wird, Menschen mit einer Zwangsstörung schaffen es nicht, damit aufzuhören.

Wer eine Zwangsstörung hat, erlebt seinen Zwang meist als sinnlos und quälend. Doch ohne Hilfe gelingt es in der Regel nicht, ihn dauerhaft loszuwerden. Zwanghafte Handlungen können jeden Tag viel Zeit kosten und alltägliche Abläufe kompliziert oder gar unmöglich machen. Dies kann zu persönlichen, familiären und schulischen sowie beruflichen Problemen führen.

Grundlage für die Entwicklung von Zwangsstörungen ist eine vermutlich genetisch bedingte Vulnerabilität, welche mit psychosozialen Einflüssen zusammenwirkt.

Das wichtigste diagnostische Kriterium für eine Zwangsstörung ist:

  • Zwangsgedanken und/oder -handlungen treten an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen auf.

Zwangsgedanken und -handlungen weisen folgende Merkmale auf:

  • Sie werden als eigene Gedanken/Handlungen von den Betroffenen angesehen und nicht als von anderen Personen oder Einflüssen eingegeben.
  • Sie wiederholen sich dauernd und werden als unangenehm empfunden.
  • Die Betroffenen versuchen, Widerstand zu leisten; gegen mindestens einen Zwangsgedanken oder eine Zwangshandlung wird gegenwärtig erfolglos Widerstand geleistet.
  • Die Ausführung eines Zwangsgedankens oder einer Zwangshandlung ist, für sich genommen, nicht angenehm.