Psychosen - Kinder & Jugendliche

„Fordernde Stimmen im Kopf, die nicht schweigen können ...“
„Unangenehme Gedanken, die nicht unterbrochen werden können ...“
„Gerüche, die belästigen ...“

Dinge und Ereignisse geschehen anfangs auf unerklärliche Art und Weise. Und alle Versuche, ihr Vorhandensein beweisen zu wollen, rufen in der Familie, bei Freunden oder Bekannten zunehmend Misstrauen und Unverständnis hervor.

Die Symptomatik von Psychosen ist sehr vielfältig. Kriterien sind Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen. Wahngedanken zeichnen sich dadurch aus, dass mit subjektiver Gewissheit Dinge als zusammengehörig empfunden werden, die aus Sicht des sozialen Umfeldes und der gesellschaftlich akzeptierten Realität nicht zusammengehören.

Vielfach kann Wesentliches nicht von Unwesentlichem unterschieden werden. Unwichtige Dinge erhalten eine doppeldeutige, machtvolle und zentrale Rolle im Alltag. Psychotiker begleitet oft das Gefühl, der Mittelpunkt in der Wahrnehmung anderer zu sein.

Die Grenzen zwischen dem eigenen Ich und anderen Menschen verschwimmen. Ein Betroffener kann vielmals nicht mehr genau sagen, wer er eigentlich ist und hat oft das Gefühl, von einer anderen Person beeinflusst zu werden. Seine persönliche Identität droht verloren zu gehen. Gedanken und Gefühle lassen sich zunehmend schwerer von fremden Gedanken abgrenzen, als ob sie regelrecht abgezogen werden. Betroffene fühlen sich von außen bedroht und diesen Bedrohungen hilflos ausgeliefert.

Zu den charakteristischen Symptomen gehören neben Denk- und Ich-Störungen vor allem Halluzinationen aus allen Bereichen der Sinneswahrnehmung, wobei akustische Halluzinationen (Stimmen hören) am häufigsten auftreten. Aber auch unangenehme Gerüche, ungewollte Berührungen oder optische Erscheinungen erreichen eine hohe, überflutende Intensität. Bizarre Wahnerlebnisse, die sich unter anderem in Eifersuchts-, Beziehungs- oder Verfolgungswahn widerspiegeln, sind aber nicht in jedem Stadium der Erkrankung vorhanden. Wahngedanken äußern sich als plötzlicher gedanklicher Einfall ohne Bezug zur Realität oder als Erklärungswahn, mit dem der Betroffene versucht, die ihm rätselhaften Wahrnehmungen zu deuten.

Psychotische Menschen besitzen oft kaum Beziehungen zu anderen Menschen und scheinen dadurch bindungsunfähig. Vielmals besteht zu einer bestimmten, nahestehenden Person (z.B. die Mutter) ein zwiegespaltenes Verhältnis. Zusätzlich können psychomotorische Symptome Betroffene entweder bewegungslos in einer bestimmten Haltung erstarren lassen (Stupor) oder bewirken eine starke motorische Unruhe mit monotonen, überschießenden und ungeordneten Bewegungsabläufen.

Alle hier genannten Symptome sind individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die Erkrankung kann einmalig auftreten, in Schüben verlaufen oder chronifizieren.