Depressionen bei Kindern & Jugendlichen

"Es ist, als ob die Seele unwohl wäre." (Erich Kästner)

Behandlungsbedürftige Depressionen werden insbesondere im Kindes-, aber auch im Jugendalter noch immer zu selten erkannt und diagnostiziert. Erschwerend für die Diagnosestellung sind die entwicklungsabhängigen Variationen im klinischen Erscheinungsbild und die häufige Komorbidität mit anderen psychischen Störungen. Oftmals verdecken auffälligere Probleme wie Schulversagen und soziale Isolation oder auch aggressives oder delinquentes Verhalten eine dahinterliegende Depression.

Belastende Lebensumstände wie die Trennung der Eltern, Umzug, der Verlust von wichtigen Bezugspersonen, chronischer Schulstress, Überforderung oder die Ausgrenzung aus der Gruppe der Gleichaltrigen etc. können Auslöser der Depression sein. Genauso können Depressionen aber auch ohne offensichtliche Auslöser oder erst längere Zeit nach belastenden Lebensereignissen auftreten.

Genetische Dispositionen, wie beispielsweise ein depressiv erkranktes Elternteil, erhöhen das Risiko, dass ein Kind depressiv erkrankt. Die Auswirkungen von Depressionen können schwerwiegend sein. Die Kinder fallen in der Schule zurück, können ihre Leistungsdefizite vielmals nicht wieder aufholen, verlieren Freunde und die Fähigkeit, Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen und zu gestalten. Auch können sie hinsichtlich der Entwicklung sozialer und emotionaler Konflikt- und Bewältigungsstrategien zurückbleiben.

Die wichtigsten diagnostischen Kriterien für eine klinische Depression sind:

  • reizbare und gedrückte Stimmung
  • deutlich vermindertes Interesse an allen oder fast allen Aktivitäten
  • Freudlosigkeit
  • eine Verminderung des Antriebs, die sich in erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätsreduktion äußert
  • Appetitverlust oder -zunahme mit Gewichtsveränderungen
  • psychomotorische Unruhe oder Hemmung
  • verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit
  • Selbstwertprobleme
  • wiederkehrende Gedanken an den Tod sowie suizidales Verhalten