Autismus

Bei tiefgreifenden Entwicklungsstörungen ist die Kommunikation und die Interaktion mit anderen Menschen deutlich beeinträchtigt. Darüber hinaus ist das Verhalten häufig durch stereotype Handlungen, die sich oft wiederholen, gekennzeichnet. Diese Störungen sind angeboren und bestehen von frühester Kindheit an und manifestieren sich zumeist in den ersten fünf Lebensjahren. Ein wesentliches Charakteristikum der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen besteht auch darin, dass sie sich nicht zurückbilden, sondern bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und durch therapeutische Interventionen (bedeutsam) gebessert, nicht aber geheilt werden können.

Zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gehören unter anderem:

  • Frühkindlicher Autismus
  • Atypischer Autismus
  • Aspergersyndrom

Entwicklungsstörung: Autismus

„Leben wie hinter einer Glasscheibe ...“

Sie schauen durch andere Menschen hindurch. Sie scheinen keinen Trost und keine Zuwendung zu brauchen, am liebsten sind sie allein. Ihre Sprache ist geringfügig. Ihre Reaktionen auf die ganz gewöhnlichen Dinge des Alltags oft merkwürdig.

Autismus ist eine relativ seltene Erkrankung und trotzdem ist diese Erkrankung vielen bekannt. Vielmals verbunden mit dem Bild eines Autisten, der zwar mit einfachen Dingen des Lebens nicht zurechtkommt, dafür aber in bestimmten Bereichen zu enormen Leistungen fähig ist. Das erstaunliche Zahlengedächtnis ist ein Beispiel hierfür. Auch diese Art von Autismus gibt es, in den meisten Fällen ist die Realität jedoch weit davon entfernt.

Autismus gehört klassifikatorisch zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dieser Begriff bezeichnet eine "Gruppe von Störungen, die durch qualitative Beeinträchtigungen in gegenseitigen sozialen Interaktionen und Kommunikationsmustern sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind".

Beim Autismus werden drei Symptomgruppen unterschieden:

  • eine spezifische, schwere und allgemeine Störung, soziale Beziehungen einzugehen: unangemessene Wahrnehmung sozioemotionaler Reize, mangelnde Reaktion auf Emotionen Dritter, mangelnde Verhaltensmodulation bzgl. des sozialen Kontextes, unzureichender Einsatz sozialer Signale und ein defizitäres soziokommunikatives Repertoire
  • eine spezifische Störung der Kommunikation: grundlegendes Defizit des Einsatzes der Sprache für die soziale Kommunikation
  • verschiedene eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten