Psychosen

Psychosen sind psychische Erkrankungen, in deren Verlauf meist offenkundige Fehleinschätzungen der Realität auftreten. Häufig erleben die Betroffenen nicht sich selbst, sondern ihre Umgebung als verändert und haben im akuten Zustand keine Einsicht in die Krankhaftigkeit ihres Zustandes. Psychosen erfordern oft eine sorgfältige nervenärztliche Abklärung. Hier ist die Untersuchung mit bildgebenden Verfahren, wie Kernspintomogramm oder Computertomogramm des Kopfes, Elektroenzephalogramm und weiteren apparativen sowie labordiagnostischen Untersuchungen sehr wichtig.

Entsprechend der Schwere der Erkrankung ist die medikamentöse Behandlung eine sehr wichtige therapeutische Säule, insbesondere sind beruhigende und das Nervensystem stabilisierende Medikamente oft notwendig (Neuroleptika). Diese Medikamente dienen dazu, die Fehleinschätzung der Realität oder Sinnestäuschungen zu korrigieren.

Ebenfalls sehr wichtig ist die Heranführung an eine der Krankheit angemessene Lebensführung. In diesem Sinne ist die enge Zusammenarbeit mit dem Nervenarzt und den weiteren beteiligten Therapeuten notwendig. Weiterhin ist der Einsatz von verhaltenstherapeutischen Strategien, insbesondere zur Stressreduktion und zum Durchhalten einer geregelten Lebensführung ratsam. In diesem Sinne geht es auch um Strategien, Überforderung und Stresskonstellationen frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Ganz wichtig ist, dass die Patienten ihre Aufgaben dem Leistungsvermögen anpassen, sich eher kleinere Zwischenziele setzen, sich für geleistete Aufgaben belohnen und guten Kontakt zu Angehörigen und Freunden halten. Bei Psychosen spielt die Medikation eine bedeutende Rolle, wobei die Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung ein ganz besonders notwendiger therapeutischer Bestandteil ist.