Angststörungen
Ängste im Kindesalter stellen bei vielen Kindern ein normales Entwicklungsphänomen dar, besonders im Vorschulalter. Sie beziehen sich auf Angst vor Trennung von den Bezugspersonen, Dunkelheit, Wetterereignissen wie Gewitter oder bestimmten Tieren wie große Hunde. Mit dem Älterwerden verschwinden die Ängste meistens. Bleiben sie jedoch bestehen oder entstehen neue, so werden sie dann zum Problem, wenn ein Kind wegen seiner Ängste viele Alltagssituationen vermeiden will. Dadurch können eine Reihe von Einschränkungen, Belastungen und Entwicklungsnachteilen, besonders in der Sozialentwicklung, entstehen.
Die typischen Angststörungen im Kindesalter und ihre diagnostischen Kriterien werden im Folgenden kurz erläutert:
Trennungsangst
Diese Störung wird diagnostiziert, wenn die Angst vor der Trennung von wichtigen Bezugspersonen
- Einen außergewöhnlichen Schweregrad aufweist
- Bei Kindern über das dritte Lebensjahr hinaus auftritt
- Sich das zentrale und gemeinsame Merkmal in verschiedenen Angst auslösenden Situationen darstellt
- Die Sozialentwicklung des Kindes einschränkt
In vielen Fällen verhindert die Trennungsangst, dass sich angemessenes Sozialverhalten entwickelt. Häufig sind diese Kinder passiv; das heißt, sie sind kaum in der Lage, eigenständige Aktivitäten durchzuführen.
Störung mit sozialer Ängstlichkeit
Als zentrales Merkmal wird die durchgehende und wiederkehrende Furcht vor fremden, unvertrauten Personen angeführt, weshalb der Kontakt zu Unbekannten und wenig Vertrauten möglichst gemieden oder sogar verweigert wird. Die Symptome reichen von schweigendem, passivem, zurückweichendem, sich zurückziehendem sowie weinendem Verhalten bis zu Erstarren oder Wutanfällen. Übermäßig ausgeprägte soziale Ängstlichkeit führt zu negativen Folgen in der sozial-emotionalen Entwicklung; so sind bspw. Soziale Beziehungen und Aktivitäten stark eingeschränkt, wodurch eine Reihe von Fertigkeiten im Bereich des Sozialverhaltens nicht geübt und daher nicht aufgebaut werden. Die soziale Angst muss sich auf Erwachsene und Gleichaltrige beziehen. Zugleich muss der Kontakt dieser Kinder zu den Eltern, Geschwistern und anderen vertrauten Personen normal ausgeprägt sein; in diesem Bereich soll sozial kompetentes Verhalten bestehen.
Generalisierte Angststörung
Das Hauptmerkmal der generalisierten Angststörung bezieht sich auf eine intensive und übermäßige Angst, Sorge sowie furchtsame Erwartung bzgl. mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten. Bei den Ereignissen handelt es sich um alltägliche Aktivitäten und Probleme in diversen Lebensbereichen. Beispiele sind schulische Aufgaben, freundschaftliche Beziehungen etc. Speziell bei Kindern kann sich dies in Kummer und Sorgen insbesondere auf die eigenen Fähigkeiten (soziale Kompetenzen, schulische Leistungen etc.) niederschlagen. In Folge werden aus diesem Grund Situationen gemieden, in denen Kompetenzen und Leistungsfähigkeit erforderlich sind. Die Ängste und Sorgen können von den Betroffenen nur schwer kontrolliert werden.
Panikstörung
Bei der Panikstörung leiden die Betroffenen unter plötzlichen Angstanfällen, ohne dass objektiv gesehen eine reale Gefahr besteht. Extreme körperliche Angstreaktionen tauchen aus scheinbar heiterem Himmel aus. Eine Panikattacke wird definiert als einzelne Episode von intensiver Angst oder Unbehagen, die abrupt beginnt, innerhalb weniger Minuten ein Maximum erreicht, mindestens einige Minuten andauert und von mindestens vier Angstsymptomen (Zittern, Mundtrockenheit, Engegefühl in der Brust etc.) begleitet wird.




